Google Cloud Next 26: A2A-Protokoll und Gemini Enterprise machen KI-Agenten interoperabel
3. Mai 2026
Auf der Google Cloud Next 26 Mitte April 2026 hat Google die Gemini Enterprise Agent Platform und das Agent2Agent-Protokoll mit 150 produktiven Organisationen vorgestellt. Damit treibt Google die Standardisierung von KI-Agenten voran.
Google Cloud Next 26: Gemini Enterprise Agent Platform und Agent2Agent-Protokoll Version 1.2
Google hat auf der Cloud Next 26 Mitte April 2026 zwei Bausteine vorgestellt, die zusammen die Architektur für Unternehmens-KI verändern. Erstens wurde Vertex AI in die Gemini Enterprise Agent Platform umbenannt und mit dem bisherigen Agentspace zu einem einzigen Produkt zusammengeführt. Zweitens hat Google das Agent2Agent-Protokoll, kurz A2A, in Version 1.2 veröffentlicht. Es liegt mittlerweile bei der Linux Foundation in einer eigenen Agentic AI Foundation und ist nach Googles Angaben bei 150 Organisationen produktiv im Einsatz, nicht nur in Pilotprojekten.
A2A 1.2 mit signierten Agent Cards für herstellerübergreifende Interoperabilität
A2A regelt, wie Agenten von verschiedenen Anbietern miteinander reden können. Dazu gehören signierte Agent Cards, also kryptografisch verifizierbare Visitenkarten. Microsoft, AWS, Salesforce, SAP und ServiceNow lassen A2A bereits in produktiven Umgebungen laufen. Damit wird klar: Statt einer Agenten-Insel pro Hersteller entsteht ein offenes Geflecht.
Workspace Studio, Project Mariner und Apigee als Agenten-Werkzeuge
Innerhalb der Plattform liefert Google neue Werkzeuge. Workspace Studio ist ein No-Code-Builder für Agenten, der typische Geschäftsabläufe in wiederverwendbare Skills übersetzt. Project Mariner ist Googles Web-Browsing-Agent. Mit Apigee als API-zu-Agent-Brücke und verwalteten MCP-Servern lassen sich bestehende Schnittstellen ohne große Umbauten anbinden. Im Model Garden sind nach Googles Angaben mehr als 200 Modelle verfügbar, darunter Claude von Anthropic.
Googles Wettbewerbsstrategie gegen OpenAI und Anthropic
Die strategische Botschaft ist klar. Während OpenAI und Anthropic auf eigene Modelle und enge Integrationen setzen, baut Google einen Full-Stack mit offenen Schnittstellen, der von Microsoft bis Salesforce reicht. Wenn das aufgeht, könnte Interoperabilität zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.
Warum das wichtig ist
Für IT-Verantwortliche heißt das: Agenten-Strategien müssen Multi-Vendor-Szenarien einplanen. Wer heute auf einen einzigen Anbieter setzt, muss damit rechnen, dass nachgelagerte Workflows später trotzdem über A2A laufen. Wichtig ist die Sicherheits-Schicht. Identitäten, Berechtigungen und Audit-Logs bleiben Pflicht, gerade wenn Agenten aus mehreren Häusern Daten austauschen. Außerdem entsteht durch die Linux-Foundation-Governance eine Form von Standardisierung, an der sich auch europäische und asiatische Anbieter ausrichten werden.
Praktisches Beispiel
Ein internationaler Logistiker betreibt seinen Vertrieb auf Salesforce, sein HR auf Workday und seine Lagerverwaltung auf SAP. Bisher tauschten diese Systeme Daten über klassische APIs aus, was lange Integrationsprojekte erforderte. Mit A2A 1.2 kann ein Salesforce-Vertriebsagent direkt einen SAP-Bestandsagenten fragen, ob ein Produkt verfügbar ist, und gleichzeitig einen Workday-Agenten anstoßen, einen Lagerleiter-Termin zu finden. Jeder Agent verifiziert per signierter Agent Card, dass die Anfrage echt ist. Was früher Wochen Integration kostete, lässt sich nun in wenigen Tagen aufsetzen, sofern alle drei Plattformen A2A-zertifiziert sind.
💡 Im Klartext
Stell dir verschiedene Helfer aus verschiedenen Firmen vor, die jeder eine andere Sprache sprechen. Google hat eine Übersetzersprache gebaut, damit alle Helfer zusammen ein Projekt erledigen können. Jetzt machen das schon 150 große Firmen so.
Wichtigste Erkenntnisse
- →Google Cloud Next 26 fand im April 2026 statt und stellte die Gemini Enterprise Agent Platform vor.
- →Vertex AI heißt nun Gemini Enterprise und integriert Agentspace.
- →Das Agent2Agent-Protokoll erreicht Version 1.2 und läuft bei 150 Organisationen produktiv.
- →Microsoft, AWS, Salesforce, SAP und ServiceNow nutzen A2A in der Produktion.
- →Workspace Studio liefert einen No-Code-Builder für Geschäftsagenten.