Microsoft und OpenAI verhandeln neu: Azure verliert Exklusivität, AGI-Klausel fällt
3. Mai 2026
Am 27. April 2026 haben Microsoft und OpenAI ihre Partnerschaft neu aufgesetzt. OpenAI darf seine Modelle erstmals auch außerhalb von Azure ausliefern, Microsoft kassiert keinen Umsatzanteil mehr, und die berüchtigte AGI-Klausel ist gestrichen.
Microsoft-OpenAI-Deal 2026: Ende der Azure-Exklusivität verändert den KI-Cloud-Markt
Microsoft und OpenAI haben am 27. April 2026 eine neu verhandelte Partnerschaft bekanntgegeben, die das wichtigste Bündnis der KI-Branche grundlegend umbaut. Microsoft hält weiterhin eine große Beteiligung an der neuen OpenAI Group PBC – nach Bloomberg rund 27 Prozent mit einem Buchwert von rund 135 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig fallen die Exklusivrechte, die Microsoft seit 2019 zum einzigen Hyperscaler für OpenAI-Modelle gemacht haben.
OpenAI darf jetzt auch auf AWS und Google Cloud ausliefern
Mit dem neuen Vertrag kann OpenAI seine Frontier-Modelle erstmals auch über andere Clouds anbieten. Bereits am 28. April 2026 startete eine Limited Preview von GPT-5.5, GPT-5.4 und den gpt-oss-Modellen auf Amazon Bedrock, einschließlich Codex und der neuen Bedrock Managed Agents. Azure bleibt bevorzugte Plattform für neue Releases, ist aber kein gesetzliches Monopol mehr. Hintergrund ist ein 38-Milliarden-Dollar-Kompute-Deal von OpenAI mit AWS aus November 2025.
Microsoft verzichtet auf seinen Umsatzanteil – OpenAI zahlt weiter 20 Prozent
Finanziell wird die Beziehung asymmetrisch. Microsoft beendet die eigenen Umsatzbeteiligungen an OpenAI. OpenAI dagegen führt weiter rund 20 Prozent seiner Umsätze an Microsoft ab, allerdings mit einer fest definierten Obergrenze und einer Laufzeit bis 2030. Damit sichert sich Microsoft einen kalkulierbaren Cash-Strom, gibt aber die Steuerung über das Geschäftsmodell von OpenAI weitgehend ab.
AGI-Klausel gestrichen, IP-Lizenz bis 2032
Aus dem Vertrag verschwindet zudem die viel diskutierte AGI-Klausel: Microsoft muss nicht mehr entscheiden, was passiert, falls OpenAI Artificial General Intelligence erreicht. Im Gegenzug verlängert sich die Nutzungs- und Lizenzberechtigung von Microsoft an OpenAI-Modellen und -Produkten bis 2032.
Warum das wichtig ist
Für CIOs und Cloud-Architekten verschiebt sich damit eine zentrale Annahme der letzten Jahre. OpenAI-Modelle laufen nicht mehr ausschließlich auf Azure, sondern können in Multi-Cloud-Architekturen native Plattformkomponenten von AWS und perspektivisch Google Cloud nutzen, etwa für Identitäten, Datenhaltung und Compliance. Wer Lock-in vermeiden oder Rechenleistung in Regionen ohne starke Azure-Präsenz braucht, hat plötzlich realistische Optionen. Gleichzeitig stärkt die Streichung der AGI-Klausel die Verhandlungsposition von OpenAI gegenüber Microsoft – und verschärft den Wettlauf um Compute-Kapazitäten zwischen Microsoft, AWS und Google.
Praktisches Beispiel
Ein deutscher Versicherer mit AWS-Hauptbetrieb wollte bisher GPT-Modelle nur über einen aufwendigen Umweg über Azure beziehen. Mit GPT-5.5 in Bedrock Limited Preview kann das Architekturteam Codex und Managed Agents direkt in der bestehenden AWS-Landung nutzen, IAM- und KMS-Policies wiederverwenden und das Datenhaltungsthema in EU-Regionen sauberer lösen. Genauso können Schweizer Industrieunternehmen, die Daten aus regulatorischen Gründen lieber bei einem zweiten Hyperscaler halten, ihre RAG-Systeme bauen, ohne Azure als zwingende Schicht einplanen zu müssen.
💡 Im Klartext
Microsoft und OpenAI haben einen alten Vertrag aufgemacht und neu geschrieben. OpenAI darf seine schlauen Computerprogramme jetzt auch bei anderen großen Internet-Firmen wie Amazon laufen lassen, nicht nur bei Microsoft. Microsoft bekommt keinen Anteil mehr vom Geld, das OpenAI verdient, behält aber das Recht, die Programme bis 2032 zu benutzen.
Wichtigste Erkenntnisse
- →Microsoft und OpenAI haben am 27. April 2026 ihre Partnerschaft neu verhandelt und die Azure-Exklusivität beendet.
- →OpenAI startete am 28. April 2026 GPT-5.5, GPT-5.4 und die gpt-oss-Modelle in Limited Preview auf Amazon Bedrock.
- →Microsoft zahlt OpenAI keinen Umsatzanteil mehr, OpenAI führt weiter rund 20 Prozent seiner Umsätze gedeckelt bis 2030 an Microsoft ab.
- →Die AGI-Klausel ist gestrichen, Microsoft behält dafür eine IP-Lizenz für OpenAI-Modelle und -Produkte bis 2032.
- →Microsoft hält laut Bloomberg rund 27 Prozent an der neuen OpenAI Group PBC mit einem Buchwert von rund 135 Milliarden US-Dollar.
Häufige Fragen
Wann wurde der neue Microsoft-OpenAI-Deal angekündigt?
Microsoft und OpenAI haben die neue Vereinbarung am 27. April 2026 öffentlich gemacht.
Bleibt Microsoft an OpenAI beteiligt?
Ja. Microsoft hält laut Bloomberg weiter rund 27 Prozent an der neuen OpenAI Group PBC mit einem Buchwert von rund 135 Milliarden US-Dollar.
Was bedeutet das Ende der Azure-Exklusivität konkret?
OpenAI kann seine Frontier-Modelle jetzt auch auf anderen Clouds anbieten. Erstes Beispiel ist die Limited Preview von GPT-5.5 auf Amazon Bedrock seit dem 28. April 2026.
Warum ist die Streichung der AGI-Klausel relevant?
Microsoft verliert das Sonderrecht, eine AGI-Erklärung von OpenAI zu prüfen, behält aber eine IP-Lizenz bis 2032 und damit langfristige Nutzungsrechte.
Quellen & Kontext
- The next phase of the Microsoft OpenAI partnership – OpenAI
- Microsoft to Stop Sharing Revenue With Main AI Partner OpenAI – Bloomberg
- OpenAI shakes up partnership with Microsoft, capping revenue share payments – CNBC
- OpenAI models, Codex, and Managed Agents come to AWS – OpenAI
- Microsoft, OpenAI Restructure Partnership in Shift Away from Exclusivity – Redmond Magazine