MiniMax M3.1 Flash verschärft den Preiskampf bei KI-Agenten
20. Oktober 2026

MiniMax verlangt 0,15 US-Dollar je Million Eingabetokens und verspricht dreimal schnellere Ausgabe. Unabhängige Tests müssen die starken Benchmarkwerte noch bestätigen.
Worum es geht
MiniMax hat am 19. Oktober 2026 das Sprachmodell M3.1 Flash veröffentlicht. Der chinesische Anbieter setzt nicht nur auf neue Bestwerte, sondern vor allem auf einen aggressiven Preis: Eine Million Eingabetokens kosten laut offizieller Preisliste 0,15 US-Dollar, eine Million Ausgabetokens 0,60 US-Dollar. Zwischengespeicherte Eingaben kosten 0,015 US-Dollar.
Das ist für Entwickler interessant, weil automatisierte KI-Agenten deutlich mehr Tokens verbrauchen können als ein gewöhnlicher Chat. Sie lesen Dateien, rufen Werkzeuge auf, prüfen Zwischenergebnisse und wiederholen Schritte. Wenn der Preis pro Token fällt, werden lange Abläufe wirtschaftlich, die bisher zu teuer waren.
Was M3.1 Flash tatsächlich macht
M3.1 Flash ist für Softwareentwicklung, Computersteuerung, Werkzeugaufrufe und Sicherheitsanalysen ausgelegt. MiniMax gibt eine mittlere Ausgabegeschwindigkeit von mehr als 170 Tokens pro Sekunde und Spitzenwerte von mehr als 200 Tokens pro Sekunde an. Die Onlineinferenz sei damit fast dreimal schneller als beim Vorgänger.
Auf den vom Hersteller veröffentlichten Tests erreicht das Modell 73,7 Prozent bei DeepSWE v1.1, 61,7 Punkte bei OSWorld V2, 29,6 Punkte bei Agents’ Last Exam und 82 Prozent bei CyberGym. Diese Werte stammen jedoch aus der Mitteilung von MiniMax. Sie zeigen, welche Aufgaben der Anbieter priorisiert, sind aber noch kein Ersatz für unabhängige und reproduzierbare Vergleiche.
MiniMax erklärte außerdem, dass das zuvor anonym auf OpenRouter getestete Modell „Space Bunny“ eine frühe Version von M3.1 Flash war und dabei mehr als 200 Billionen Tokens verarbeitet habe. Das Modell ist über API, M Plan und MiniMax Code verfügbar. Die Gewichte sollen später folgen, ein konkretes Datum nennt die offizielle Mitteilung nicht.
Warum das wichtig ist
Bei KI-Agenten zählt nicht nur, ob ein Modell eine Aufgabe lösen kann. Entscheidend sind auch Kosten, Geschwindigkeit und die Zahl nötiger Versuche. Ein günstiges Modell kann für Unternehmen und unabhängige Entwickler attraktiver sein, selbst wenn es bei einzelnen Aufgaben hinter einem Spitzenmodell liegt.
Reuters, VentureBeat und weitere Fachmedien griffen die Veröffentlichung am 19. Oktober auf. Die eigentliche Marktverschiebung liegt im Preisdruck: Wer Agenten mit vielen Werkzeugaufrufen betreibt, muss nun prüfen, ob teurere Modelle ihren Mehrpreis durch höhere Zuverlässigkeit tatsächlich rechtfertigen. Gleichzeitig wird die angekündigte Veröffentlichung der Gewichte wichtig. Erst sie würde lokale Tests, eigene Sicherheitsprüfungen und einen Betrieb ohne dauerhafte Anbieterbindung ermöglichen.
Einfach erklärt
Man kann M3.1 Flash mit einem schnellen Kurierdienst vergleichen. Ein günstiger Preis pro Paket ist attraktiv, besonders wenn täglich Tausende Sendungen anfallen. Entscheidend bleibt aber, wie viele Pakete richtig ankommen und wie oft eine zweite Fahrt nötig ist. Bei KI-Agenten entsprechen Tokens den gefahrenen Kilometern, während Fehlversuche zusätzliche Fahrten verursachen.
Praktisches Beispiel
Ein Entwickler lässt einen Agenten täglich 10.000 Supportfälle sortieren. Pro Fall liest das Modell durchschnittlich 4.000 Eingabetokens und erzeugt 1.000 Ausgabetokens. Das ergibt 40 Millionen Eingabe- und 10 Millionen Ausgabetokens pro Tag. Nach der veröffentlichten M3.1-Flash-Preisliste wären das 6 US-Dollar für die Eingabe und 6 US-Dollar für die Ausgabe, also 12 US-Dollar vor Kosten für Werkzeuge, Speicherung und erneute Versuche.
Diese Rechnung ist nur ein Rechenbeispiel. Wenn das Modell in zehn Prozent der Fälle nacharbeiten muss oder ein teureres Modell zur Kontrolle eingesetzt wird, steigt der Gesamtpreis. Genau deshalb sollten Teams nicht nur Listenpreise vergleichen, sondern die Kosten pro erfolgreich abgeschlossenem Vorgang messen.
Einordnung und Grenzen
- Die Benchmarkwerte und Geschwindigkeitsangaben stammen überwiegend von MiniMax. Unabhängige Wiederholungen mit identischen Einstellungen fehlen bislang.
- Niedrige Tokenpreise garantieren keine niedrigen Gesamtkosten. Lange Prompts, Fehlversuche, Werkzeuggebühren und Qualitätskontrollen können den Vorteil verkleinern.
- Die Modellgewichte waren am 20. Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht. Aussagen über lokalen Betrieb, Lizenzbedingungen und vollständige Prüfbarkeit bleiben deshalb vorläufig.
M3.1 Flash ist damit ein ernst zu nehmendes Preisangebot, aber noch kein bewiesener Ersatz für jedes bestehende Modell. Sinnvoll ist ein begrenzter Test mit eigenen Aufgaben, festen Qualitätskriterien und einer Messung der Kosten pro korrektem Ergebnis.
SEO- und GEO-Schlüsselbegriffe
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💡 Im Klartext
M3.1 Flash macht umfangreiche KI-Agenten deutlich günstiger, wenn die Herstellerangaben stimmen. Ob der Preisvorteil in echten Arbeitsabläufen bestehen bleibt, hängt von Fehlerquote, Nacharbeit und unabhängigen Tests ab.
Wichtigste Erkenntnisse
- →MiniMax verlangt 0,15 US-Dollar je Million Eingabetokens und 0,60 US-Dollar je Million Ausgabetokens.
- →Der Anbieter nennt mehr als 170 Tokens pro Sekunde im Median und mehr als 200 in der Spitze.
- →Die veröffentlichten Benchmarkwerte sind stark, stammen aber überwiegend vom Hersteller.
- →Die Modellgewichte waren am 20. Oktober 2026 noch nicht verfügbar.
- →Entscheidend ist der Preis pro korrekt abgeschlossenem Vorgang, nicht nur der Tokenpreis.
Häufige Fragen
Wie teuer ist M3.1 Flash?
MiniMax nennt 0,15 US-Dollar je Million Eingabetokens, 0,60 US-Dollar je Million Ausgabetokens und 0,015 US-Dollar für zwischengespeicherte Eingaben.
Sind die Modellgewichte verfügbar?
Am 20. Oktober 2026 waren sie noch nicht veröffentlicht. MiniMax kündigt sie für einen späteren Zeitpunkt an, nennt aber in der Mitteilung kein festes Datum.
Sind die Benchmarks unabhängig bestätigt?
Noch nicht umfassend. Die wichtigsten Zahlen stammen aus der Veröffentlichung des Herstellers und sollten mit realen eigenen Aufgaben überprüft werden.
Quellen & Kontext
- MiniMax M3.1 Flash: Redefining Agent Performance and Cost
- China's MiniMax launches updated AI model M3.1 Flash, claims major improvements — Reuters
- MiniMax's new M3.1 Flash beats DeepSeek and Opus 5 on a key business benchmark — VentureBeat
- MiniMax M3.1 Flash shows China's AI price race has no floor in sight — The Decoder
- MiniMax company website