OpenAI und Thrive bauen selbstlernenden Steuer-Agenten mit 97 Prozent Genauigkeit
31. Mai 2026
Ende Mai 2026 stellten OpenAI und Thrive Holdings einen mit Codex gebauten, selbstlernenden Steuer-Agenten vor. Er verarbeitete 7.000 Steuererklärungen bei über 30 Kanzleien mit 97 Prozent Genauigkeit.
Worum es geht
Ende Mai 2026 haben OpenAI und das Unternehmen Thrive Holdings einen selbstlernenden Steuer-Agenten vorgestellt, der mit OpenAIs Codex-Technologie gebaut wurde. Im Pilotbetrieb über die Crete Professional Alliance, ein Netzwerk von mehr als 30 Steuerkanzleien, verarbeitete das System 7.000 Steuererklärungen, überwiegend US-Formulare der Typen 1040 und 1041. OpenAI hatte im Dezember 2025 eine Beteiligung an Thrive Holdings übernommen.
Was das System tatsächlich macht
Das technisch Interessante ist weniger die Genauigkeit als der Rückkopplungs-Mechanismus. Das System protokolliert vollständige Abläufe: Quelldatei, ausgelesenes Feld, die Zuordnung durch die KI, die Korrektur durch den Steuerberater und das letztlich eingereichte Ergebnis. Tritt derselbe Fehler wiederholt auf, wird er in eine testbare Entwicklungsaufgabe gebündelt, die Codex anschließend automatisch behebt. Laut den Angaben erreichte das System 97 Prozent Genauigkeit, verkürzte die Bearbeitungszeit um rund ein Drittel und steigerte den Durchsatz um etwa 50 Prozent.
Warum das wichtig ist
So sieht selbstverbessernde KI in der Praxis aus: kein System, das sich selbst das Denken beibringt, sondern ein begrenztes System, das wiederkehrende Fehler erkennt, in lösbare Aufgaben umwandelt und die Korrektur ausliefert, ohne dass ein Mensch jedes Mal Code schreibt. Für wissensbasierte Dienstleistungen wie Steuerberatung, Buchhaltung oder Recht deutet das eine Bauweise an, bei der ein KI-Agent mit einer Korrekturschleife arbeitet. Die Steuerbearbeitung ist dabei nur das erste Anwendungsfeld.
Einfach erklärt
Stellen Sie sich einen Lehrling vor, der jeden gemachten Fehler in ein Heft schreibt. Passiert derselbe Fehler oft, wird daraus eine feste Regel, die der Lehrling ab dann automatisch befolgt. So muss der Meister nicht jedes Mal eingreifen, und die Arbeit wird mit der Zeit zuverlässiger.
Praktisches Beispiel
Eine Steuerkanzlei in Österreich mit 12 Mitarbeitenden bearbeitet in der Hochsaison hunderte Erklärungen. Mit einem Agenten nach diesem Muster könnten Routinefälle vorausgefüllt und von Mitarbeitenden nur noch geprüft werden. Wiederkehrende Zuordnungsfehler, etwa bei einer bestimmten Belegart, würden gesammelt und einmalig behoben statt jedes Mal manuell korrigiert. Vor einem Einsatz wären eine Prüfung nach EU AI Act und Datenschutz, ein Test an anonymisierten Altfällen und klare Freigaberegeln durch einen Menschen notwendig.
Einordnung und Grenzen
Erstens stammen die genannten Werte zu Genauigkeit, Zeit und Durchsatz aus der Darstellung der beteiligten Unternehmen und sind nicht unabhängig geprüft. Zweitens ist Steuerrecht länderspezifisch; ein auf US-Formulare trainiertes System ist nicht ohne Weiteres auf den DACH-Raum übertragbar. Drittens bedeutet 97 Prozent Genauigkeit, dass Fehler verbleiben, weshalb eine menschliche Endkontrolle und klare Haftungsregeln bei rechtlich bindenden Einreichungen unverzichtbar bleiben.
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💡 Im Klartext
OpenAI und die Firma Thrive haben eine KI gebaut, die Steuererklärungen bearbeitet. Das Besondere: Wenn die KI denselben Fehler oft macht, wird er einmal dauerhaft behoben. Im Test schaffte sie 97 von 100 Fällen richtig.
Wichtigste Erkenntnisse
- →OpenAI und Thrive Holdings stellten Ende Mai 2026 einen mit Codex gebauten selbstlernenden Steuer-Agenten vor.
- →Im Pilot über die Crete Professional Alliance (über 30 Kanzleien) wurden 7.000 Steuererklärungen verarbeitet.
- →Das System erreichte laut Angaben 97 Prozent Genauigkeit, kürzte die Bearbeitungszeit um rund ein Drittel und steigerte den Durchsatz um etwa 50 Prozent.
- →Kern ist eine Rückkopplungsschleife: wiederkehrende Fehler werden in Aufgaben gebündelt und von Codex automatisch behoben.
- →OpenAI übernahm im Dezember 2025 eine Beteiligung an Thrive Holdings.
- →Die Werte stammen von den beteiligten Unternehmen und sind nicht unabhängig geprüft.
Häufige Fragen
Was macht der Steuer-Agent von OpenAI und Thrive?
Er bearbeitet Steuererklärungen, protokolliert Fehler und Korrekturen und behebt wiederkehrende Fehler automatisch über Codex.
Wie genau ist das System?
Laut Angaben der beteiligten Unternehmen 97 Prozent; die Werte sind nicht unabhängig geprüft.
Gilt das auch für deutsche Steuererklärungen?
Nicht direkt. Das System wurde auf US-Formulare trainiert; Steuerrecht ist länderspezifisch.